Mit welcher einfachen Routine ich mit 53 meinen Wechseljahre-Bauch losgeworden bin und seitdem meine zweite Jugend erlebe
Ich bin Kerstin, 53 Jahre alt und seit etwa zwei Jahren in den Wechseljahren. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Viele von Ihnen werden es kennen. Hitzewallungen, Schlafprobleme und am Schlimmsten: Was mit meinem Bauch passiert ist.
Ich habe in den letzten 24 Monaten mehr Diäten ausprobiert, als ich jemals für möglich gehalten hätte, und musste auf dem harten Weg lernen, was davon wirklich etwas bringt. Damit Sie nicht dasselbe durchmachen müssen, habe ich mich entschieden, meine Geschichte hier als Gastautorin zu teilen. Meine Bitte: Geben Sie nicht auf. Auch nicht wenn Sie schon verschiedene Sachen ausprobiert haben. Glauben Sie mir. Wenn Sie verstanden haben, was in den Wechseljahren wirklich passiert, wissen Sie wenigstens, wo Sie ansetzen können. Bei mir hat genau das den Unterschied gemacht.
Es war ein Sonntag Anfang Oktober, und ich habe gemacht, was ich jedes Jahr Anfang Oktober mache. Die große blaue Plastikkiste aus dem Keller geholt, den Deckel abgenommen und angefangen, die Sommersachen einzupacken.
Ganz unten im Stapel lag die weiße Leinenhose. Weiter Schnitt, flacher Knopf am Bund, seitlicher Reißverschluss. Ich hatte sie im Mai gekauft. Getragen hatte ich sie nie.
Ich weiß bis heute nicht, warum ich sie an diesem Sonntag noch einmal angezogen habe. Vielleicht weil ich einfach nochmal sehen wollte wie sie an mir aussieht.
Ich kriege sie nicht zu.
Ich habe mich aufs Bett gelegt und den Bauch eingezogen, so wie man das mit sechzehn gemacht hat. Der Knopf war ungefähr zwei Zentimeter vom Loch entfernt.
Ich kriege sie nicht zu.
Noch ein paar halbherzige Versuche, dann habe ich aufgegeben. Ich blickte nochmal kurz in den Spiegel und verpackte die Hose dann letztendlich wieder zurück in der Box.
Ich kriege sie einfach nicht zu.
Warum ich das hier schreibe
Ich schreibe das hier auf, weil ich zwei Jahre lang nach einer Erklärung gesucht habe und überall dieselbe bekommen habe: ein bisschen weniger essen, ein bisschen mehr bewegen. Geglaubt habe ich am Ende gar nichts mehr. Nicht den Zeitschriften, nicht den Packungen in der Apotheke und mir selbst am wenigsten.
Wie es trotzdem gehen kann, habe ich erst ein halbes Jahr später erfahren. Die Lösung war die ganze Zeit zum Greifen nah, ich musste sie nur erst auf dem harten Weg lernen.
Wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiedererkennen, lesen Sie weiter:
- Die Wechseljahre haben Sie verändert. Sie wissen nicht warum, sehen aber, dass Sie nicht mehr dieselbe sind.
- Ihre Figur ist wie bei mir unförmiger geworden. Nichts sitzt mehr da, wo es mal war.
- Müdigkeit ist Ihr ständiger Begleiter, unterwegs wie daheim, und Ihnen ist immer öfter einfach nach Schlafen.
Wie mein Körper sich lange unbemerkt veränderte
Angefangen hat es ungefähr vor anderthalb Jahren. Erst waren es die Hosen vom Vorjahr, die im Frühling ein bisschen gespannt haben. Dann war es die Stelle, an der es spannte. Früher saß bei mir alles an Hüfte und Oberschenkeln, das kannte ich, das war schon mit dreißig so. Jetzt hat sich das geändert. Es saß irgendwann vor allem vorne am Bauch, mittig und hart. Als hätte jemand die Verteilung geändert, ohne mich zu fragen.
Ehe man sich versieht, räumt man alle paar Wochen den Kleiderschrank aus, weil wieder eines der Lieblingsstücke nicht mehr passt. Man sagt Schwimmbadbesuche mit Familie und Freunden ab, weil man sich nicht zeigen will. Man stellt sich auf Fotos weiter nach hinten. Eigentlich bin ich ein selbstbewusster Mensch. Mit meinem Körper hatte ich in diesen zwei Jahren trotzdem jeden Tag ein Problem.
Erklärt habe ich mir die zusätzlichen Kilos mit dem Stress im Beruf. Mit dem Alter. Mit einem schlechten Monat, der dann sechs Monate dauerte.
Irgendwann habe ich aufgehört, es mir zu erklären, und angefangen, etwas dagegen zu tun.
Zwei Jahre, in denen ich alles gemacht habe, was man mir geraten hat
Weniger essen und mehr bewegen.Das war der Anfang, und es war auch das, was mir jeder geraten hat. Ich habe die Portionen kleiner gemacht, das Brot abends weggelassen, und ich bin dreimal pro Woche eine Dreiviertelstunde gelaufen, morgens vor der Arbeit, auch im Januar. Elf Wochen lang. Ich hatte danach zwar eine bessere Kondition, aber an meinem Bauch hatte sich nichts verändert.
Die Kapseln aus der Apotheke.Rotklee, weil eine Kollegin gesagt hatte, das sei das Mittel für die Wechseljahre. Zwei Packungen, ordentlich jeden Morgen, sechs Wochen. Ich habe niemandem erzählt, dass ich sie nehme, und als sie leer waren, habe ich auch niemandem erzählt, dass sie nichts gebracht haben. Ich kam mir dumm vor, dafür mein Geld verschwendet zu haben.
Proteinshakes als Mahlzeitersatz.Damit ging es am längsten, fast vier Monate. Auf der Waage tat sich in den ersten zwei Wochen etwas, und am Bauch tat sich nichts. Irgendwann war ich es leid, immer dieses süße Zeug zu trinken. Immer wieder nachbestellen, nur um dann, während die Familie isst, einen Erdbeer-Shake in der Hand zu halten. Ich konnte es nicht mehr sehen.
Zwischendurch waren da noch ein paar Stoffwechselpulver, die ich online bestellt hatte und über die ich am wenigsten gerne rede. Sie können sich vorstellen, warum.
Der Satz meiner Schwester, der die Richtung geändert hat
Nach dem Sonntag mit der Leinenhose habe ich aufgehört. Nicht laut und nicht mit einem Entschluss. Ich habe die Kiste zugemacht, in den Keller getragen und mir gedacht: dann ist das eben jetzt so.
Zwei Wochen später war meine Schwester Anja da, sie ist fünf Jahre älter als ich und hatte, wie ich an diesem Abend erfahren habe, all das schon hinter sich. Wir saßen abends in der Küche, und irgendwann habe ich es ihr erzählt. Die Hose, die elf Wochen Laufen, die Shakes, das Pulver. Und dass mein Körper offenbar einfach nicht abnehmen will.
„Ich glaube nicht, dass du was falsch machst. Ich glaube, dein Körper hat sich einfach verändert."
Sie hat mir keinen Tipp gegeben. Sie hatte keinen. Aber sie hat die Frage verschoben, und das war das Erste, was in zwei Jahren geholfen hat: weg von was mache ich falsch und hin zu was passiert da eigentlich.
In der Nacht haben wir angefangen zu lesen.
Was mir um drei Uhr nachts eine Frauenärztin über meine Leber verraten hat
Was wir zuerst gefunden haben, war das Übliche. Kalorien, Disziplin, Hormonpräparate. Irgendwann gegen halb drei ist Anja auf die Aufzeichnung eines Vortrags gestoßen. Eine Frauenärztin, die seit über zwanzig Jahren Frauen durch die Wechseljahre begleitet, hat dort anderthalb Stunden lang erklärt, was in dieser Phase im Bauchraum tatsächlich passiert. Wir haben ihn zweimal geschaut, das zweite Mal mit einem Block daneben.
Ich fange mit dem an, was ich vorher nicht wusste. Fett verlässt die Leber nicht einfach so. Es muss vorher in eine Art Transporthülle verpackt werden, und ein Baustein dieser Hülle heißt Cholin. Ist zu wenig Cholin da, wird weniger verpackt. Was nicht verpackt wird, bleibt liegen.
Cholin kommt aus dem Essen, aus Eigelb vor allem, aus Fisch und Leber. Aber einen Teil stellt die Leber selbst her, mit einem Enzym namens PEMT. Den Namen musste ich dreimal nachlesen, bis er hängen blieb.
Das Problem bei der Sache? Dieses Enzym wird von unserem Östrogen gesteuert.
Was sie dann erzählt hat, fand ich unglaublich. Es wurden Frauen mit cholinarmer Ernährung untersucht. Vor den Wechseljahren war das kein Problem, der Körper konnte ja nachproduzieren. Während der Wechseljahre war das nicht mehr so einfach. Diese Frauen entwickelten eine Fettleber und erste Anzeichen von Leberschäden. Der Unterschied? Nicht das Alter, sondern das fehlende Östrogen. Mit dem Östrogen fehlt dem Körper also nicht nur ein Hormon, sondern auch der Schalter für die wichtige Cholinproduktion. Und ohne Cholin, kein Fetttransport.
Sie hatte aber nicht nur diese eine Studie. In einer weiteren wurden Frauen vier Jahre lang durch die Wechseljahre begleitet. Bei denen, die in dieser Zeit in die Menopause kamen, sank die Fettverbrennung um 32 Prozent. Bei denen, die noch nicht so weit waren, blieb sie gleich. Und das tiefe Bauchfett nahm im Übergang fast fünfmal so schnell zu wie vorher, danach wurde es wieder langsamer.
Ich habe mir das irgendwann als Schere aufgemalt. Ein Strich nach unten: das Cholin, das mein Körper selbst herstellt. Ein Strich nach oben: das Fett, das meine Leber verpacken soll. Die beiden Striche laufen genau in den Jahren auseinander, in denen bei mir die Hose nicht mehr zuging.
Der Satz, nach dem ich zwei Jahre lang zu Unrecht sauer auf mich war
Ein Satz aus dieser zweiten Studie ist mir hängen geblieben, den sie fast nebenbei erwähnt hat. Die Frauen aßen in den Jahren vor der Menopause sogar weniger als am Anfang der Untersuchung. Und nahmen trotzdem am Bauch zu.
Ich habe nicht mehr gegessen als früher. Was sich geändert hat, war nicht mein Verhalten. Es war die Verfügbarkeit eines Bausteins, den mein Körper vorher selbst hergestellt hat.
Und wenn Sie das hier lesen und seit zwei Jahren dasselbe denken wie ich: Sie sind nicht nachlässiger geworden. Sie haben nur an einer Stelle gearbeitet, an der das Problem nicht sitzt. Ich habe in dieser Nacht zum ersten Mal seit langem wieder gut geschlafen.
Elf Wochen laufen, vier Monate Shakes, und warum davon nichts wirken konnte
Am nächsten Morgen habe ich meine eigene Liste durchgesehen, und mit der Schere im Kopf las sie sich völlig anders.
Weniger essen.Wirkt auf die Menge Fett. Mein Engpass war aber nicht die Menge, sondern der Abtransport. Ich habe damit vielleicht verhindert, dass neues Fett dazukommt. Das, das ich schon hatte, ist damit nicht verschwunden.
Mehr bewegen.Meine elf Wochen im Januar haben die Menge Fett erhöht, die meine Leber verarbeiten sollte. Am Abtransport haben sie nichts verbessert. Bei einer um ein Drittel gesunkenen Fettverbrennung läuft man damit gegen eine unsichtbare Wand.
Abnehm-Shakes.Auch die setzen an der Kalorienzufuhr an. Das schützt vor mehr Fett, hilft aber bei fehlender Cholinproduktion nicht beim Abtransport. Alles bleibt wie es ist.
Rotklee.Setzt an der Hormonwirkung allgemein an. Es erreicht das Enzym nicht, über das die Cholinproduktion läuft. Der Baustein fehlte danach genauso wie vorher. Sechs Wochen, zwei Packungen, und ich hatte die ganze Zeit auf der falschen Baustelle gestanden.
Das Stoffwechsel-Pulver.Arbeitet mit Anregung. Dass meine Fettverbrennung in dieser Phase runtergeht, ist aber normal und kein Defekt, den man anregen kann. An der Transportkapazität ändert Anregung nichts.
Keine dieser Sachen war Unsinn. Sie haben nur alle woanders angesetzt.
Zwei Eier am Tag, jeden Tag, und was daraus geworden ist
Die gute Nachricht zuerst, und ich meine das ernst: Man kann den Bedarf über das Essen decken. Das war das Erste, was ich probiert habe.
Die dichteste Quelle für Cholin im Alltag ist Eigelb, ein Ei bringt etwa 150 Milligramm. Mit zwei Eiern am Tag ist man in dem Bereich, um den es geht. Noch dichter ist Leber, da reicht einmal pro Woche. Daneben liefern Sojabohnen, Weizenkeime und Fisch ordentliche Mengen.
Die Coenzyme, ohne die der Fettabbau langsamer läuft, kommen woanders her. Riboflavin aus Milchprodukten, Vollkorn und Hülsenfrüchten. B6 aus Fleisch, Kartoffeln, Nüssen. Biotin aus Eiern, Nüssen und wieder Innereien. Und Jod, weil die Schilddrüse den Grundumsatz taktet: Seefisch zweimal pro Woche und konsequent jodiertes Salz.
Das Entscheidende daran habe ich erst später begriffen. Es muss täglich sein. Die Prozesse im Körper laufen jeden Tag, also braucht der Körper die Bausteine auch jeden Tag. Ein guter Wochenschnitt ist kein Ersatz.
Ich habe es vier Wochen gemacht. Rührei, Eier hart gekocht, Eier in der Dose mit zur Arbeit. Am Anfang hat das gut funktioniert. Was mir aber ein Strich durch die Rechnung gemacht hat war der Alltag. In der zweiten Woche kam eine Grippewelle im Amt, in der dritten war ich zwei Tage bei einer Schulung in Hannover, und irgendwann war es ein Dienstagmorgen um zwanzig nach sechs, an dem ich mich zwischen Frühstück und pünktlich sein entscheiden musste.
Der Weg funktioniert. War aber in meinem Alltag nur schwer umzusetzen. Es muss noch einen anderen Weg geben.
Was ich im Drogeriemarkt gelernt habe, während ich Packungen umgedreht habe
Also habe ich geschaut, ob man diese Bausteine auch anders reinbekommt. Und weil ich inzwischen wusste, worauf ich achten muss, habe ich im Drogeriemarkt zum ersten Mal nicht die Vorderseiten gelesen, sondern die Rückseiten. Mit Lesebrille, im Gang, während andere sich an mir vorbeigeschoben haben.
Fünf Dinge sind es, die ich seitdem prüfe.
1.Ist Cholin überhaupt drin?
Damit war der Großteil des Regals erledigt. Auf den Wechseljahre-Packungen standen Rotklee, Soja-Isoflavone, Yamswurzel. Cholin stand auf keiner einzigen. Wenn der Mechanismus über den Fetttransport aus der Leber läuft, ist eine Packung ohne Cholin die falsche, egal was sie kostet.
2.Sind mindestens 82,5 Milligramm drin, und steht die Form dabei?
82,5 Milligramm ist die Menge, ab der die offiziell zugelassene Aussage zum normalen Fettstoffwechsel überhaupt gelten darf. Das steht in der Nährwerttabelle, bezogen auf die Tagesdosis. Und „Cholin-Komplex" ist keine Angabe, „Cholin-L-Bitartrat" ist eine — ohne die Form kann man die tatsächliche Menge nicht beurteilen.
3.Sind die Coenzyme mit dabei?
Riboflavin, B6 und Biotin, und zwar zusammen. Eine Kette wird von ihrem schwächsten Glied begrenzt. Wer nur eines davon ergänzt, verschiebt den Engpass, statt ihn zu öffnen.
4.Arbeitet es ohne Hormonimitation?
Das war mir wichtig. Der Weg, den ich hier beschreibe, setzt an der Folge des Östrogenabfalls an und nicht am Hormonhaushalt selbst. Phytoöstrogene greifen in eine Regelung ein, ein fehlender Baustein wird ergänzt. Für mich war das ein Unterschied, den ich nicht verhandeln wollte.
5.Ist es für die Dauer gedacht?
Das ist keine Kur. Solange die Eigenproduktion reduziert ist, bleibt der Bedarf höher, und das sind mehrere Jahre. Ein Vier-Wochen-Programm passt nicht zu etwas, das über Bedarfsdeckung läuft.
Im Regal blieb nach diesen Kriterien nur noch ein Produkt übrig. Weil ich aber nicht wieder Geld aus dem Fenster werfen wollte, habe ich mir die Packung abfotografiert um zu Hause noch einmal genauer nachzuschauen.
Die einzige Packung, bei der ich alle fünf Punkte abhaken konnte
Es war der Stoffwechsel Komplex von BitterLiebe, einer deutschen Marke, von der ich vorher schon gehört hatte. Sie waren früher öfter im Fernsehen zu sehen, und die Werbung wurde mir online auch schon angezeigt.
Und genau deshalb hatte ich es nie ausprobiert. Für mich war das noch so ein Abnehmmittel, und von denen hatte ich zu diesem Zeitpunkt genug durch. Ich habe die Anzeigen weggeklickt, ohne ein einziges Mal auf die Rückseite zu schauen.
Dass ich die Packung jetzt trotzdem im Einkaufswagen hatte, lag nicht an der Marke. Es lag daran, dass ich zum ersten Mal wusste, wonach ich auf der Rückseite überhaupt suchen muss. Und dass da alles stand, was auf meiner Liste war.
- Cholin ist drin, Phytoöstrogene nicht (Punkt 1 und 4)
- 82,5 Milligramm pro Tagesdosis, also genau die Menge, ab der die Aussage zum normalen Fettstoffwechsel gilt — deklariert als Cholin-L-Bitartrat, mit Form und Menge (Punkt 2)
- Riboflavin, B6 und Biotin zusammen, jeweils deutlich über dem Tagesbedarf, dazu Jod zu 100 Prozent des Referenzwerts (Punkt 3)
- drei Kapseln täglich, Monatspackung, gedacht für die Dauer und nicht als Kur (Punkt 5)
Ich habe eine Packung bestellt und nicht sechs. Ich bin schon zu oft gescheitert und wollte erst einmal sehen, ob überhaupt etwas passiert.
Die ersten drei Wochen, in denen überhaupt nichts passiert ist
Genommen habe ich drei Kapseln über den Tag verteilt, die erste mit mindestens zwei Stunden Abstand nach einer Mahlzeit, die anderen zwei jeweils eine knappe halbe Stunde vor dem Essen. Das steht so auf der Packung, und ich habe mich daran gehalten, weil ich nach zwei Jahren keine Lust hatte, hinterher zu überlegen, ob ich es falsch gemacht habe.
Dazu habe ich vernünftig weitergegessen und mich weiter bewegt. Nicht wie damals im Januar, aber die Spaziergänge nach der Arbeit und das Rad zum Amt, wenn es nicht geregnet hat. Das gehört dazu, und ich würde es keiner anders empfehlen.
Und dann ist drei Wochen lang nichts passiert. Gar nichts. Ich schreibe das so deutlich hin, weil ich in diesen drei Wochen zweimal aufhören wollte und weil mir vorher niemand gesagt hatte, dass sich Bedarfsdeckung anders anfühlt als Anregung. Ein Fatburner tut sofort irgendwas. Ein fehlender Baustein, der wieder da ist, tut erst einmal gar nichts.
Woche 4 hat mich überzeugt nachzubestellen
Nicht, weil ich auf einmal zehn Kilo abgenommen hätte. Sondern weil ich gemerkt habe, dass sich überhaupt etwas tut. Ich war nachmittags nicht mehr so leer, und der Griff in die Keksschublade um vier war weg. Ob das an den Kapseln lag, kann ich nicht beweisen. Es war das erste Mal in zwei Jahren, dass sich irgendetwas in die richtige Richtung bewegt hat.
Ich habe drei Packungen nachbestellt. Das Letzte, was ich mir dieses Mal vorwerfen wollte, war, zu früh aufgehört zu haben.
Im April habe ich die blaue Kiste wieder hochgeholt
Gemessen hatte ich schon im Oktober, an dem Sonntag mit der Kiste, weil ich das Maßband vom Laufen noch in der Schublade hatte. 103 Zentimeter. Im April waren es 96. Sechs Monate, davon vier mit den Kapseln.
Gemerkt habe ich es vorher an anderen Sachen. Dass ich mittags im Büro den Hosenknopf nicht mehr aufgemacht habe. Dass ich mich auf dem Foto von Anjas Geburtstag im März nicht in die zweite Reihe gestellt habe, sondern einfach dahin, wo Platz war, und dass mir das erst später aufgefallen ist.
Im April habe ich die blaue Plastikkiste wieder aus dem Keller geholt und den Deckel abgenommen. Ganz unten lag die weiße Leinenhose. Weiter Schnitt, flacher Knopf am Bund. Ich habe sie angezogen, und der Knopf ist ins Loch gegangen.
Ich habe sie an diesem Tag angehabt, obwohl es viel zu kalt war dafür.
Was mir hinterher noch aufgefallen ist
Erzählt habe ich das nur meiner Schwester und einer Kollegin. Später habe ich gesehen, dass es anderen ähnlich gegangen ist.
„Ich hatte vorher zwei Packungen Rotklee genommen, ohne dass sich etwas getan hat. Beim Bauchumfang ist es bei mir jetzt zum ersten Mal weniger geworden."
— Petra, 53„Bei mir war es der Bauchumfang, 101 auf 95 in fünf Monaten. Und nachmittags bin ich nicht mehr so schlapp und hungrig."
— Andrea, 49„Die ersten Wochen habe ich nichts gemerkt und war kurz davor, es zu lassen. Bin froh, dass ich es nicht gemacht habe."
— Sabine, 50„Für mich vor allem, weil ich endlich verstanden habe, warum es vorher nicht ging."
— Ute, 52Was ich gelesen habe
- Resseguie M. et al. (2007): Phosphatidylethanolamine N-methyltransferase (PEMT) gene expression is induced by estrogen in human and mouse primary hepatocytes. FASEB J 21(10):2622–32. doi.org/10.1096/fj.07-8227com
- Zeisel S. H. (2007): Gene response elements, genetic polymorphisms and epigenetics influence the human dietary requirement for choline. IUBMB Life 59(6):380–7. doi.org/10.1080/15216540701468954
- da Costa K.-A. et al. (2011): Docosahexaenoic acid in plasma phosphatidylcholine may be a potential marker for in vivo phosphatidylethanolamine N-methyltransferase activity in humans. Am J Clin Nutr 93(5):968–74. doi.org/10.3945/ajcn.110.011064
- Lovejoy J. C. et al. (2008): Increased visceral fat and decreased energy expenditure during the menopausal transition. Int J Obes 32(6):949–58. doi.org/10.1038/ijo.2008.25
- Greendale G. A. et al. (2021): Changes in Regional Fat Distribution and Anthropometric Measures Across the Menopause Transition. J Clin Endocrinol Metab 106(9):2520–34. doi.org/10.1210/clinem/dgab389
Eine praktische Sache noch
Zweimal war es zwischendurch nicht lieferbar, und weil das Ganze nur funktioniert, wenn es täglich läuft, ist so eine Lücke genau das, was man nicht braucht. Mein Tipp: Geben Sie Ihrem Körper Zeit und bestellen Sie gleich mehrere Gläser. Dann sitzen Sie nicht plötzlich auf dem Trockenen und haben wirklich die Chance, dass sich etwas verändert.
Zum Schluss
Ich weiß nicht, ob das bei Ihnen genauso läuft wie bei mir. Ich bin keine Ärztin und ich verkaufe nichts. Ich hätte mir nur gewünscht, dass mir das vor zwei Jahren jemand erklärt, statt mir zu sagen, ich solle mich mehr bemühen. Diese zwei Jahre hätte ich mir gerne gespart, und wenn Ihnen dieser Text davon ein paar Monate abnimmt, dann hat er seinen Zweck erfüllt.
Alles Gute, und lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie es sich einbilden.
Ihre Kerstin

Nach der Veröffentlichung von Kerstins Geschichte haben uns zahlreiche E-Mails und Briefe erreicht, viele davon mit der Frage, wo der Stoffwechsel Komplex erhältlich ist. Wir haben daraufhin den Händler kontaktiert und ein kurzzeitiges Leserangebot ausgehandelt. Über den Link unten finden Sie alle Informationen zum BitterLiebe Stoffwechsel Komplex. Bitte beachten Sie:
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Über die Autorin
Kerstin Ahrens ist 53, lebt in Hildesheim und arbeitet in der Verwaltung. Sie ist seit rund zwei Jahren in den Wechseljahren und hat ihre Geschichte als Gastautorin für diesen Beitrag aufgeschrieben. Sie ist keine Ärztin und keine Ernährungsberaterin und berichtet ausschließlich über ihren eigenen Verlauf.
Die Gewichtsabnahme erfolgt im Rahmen einer gesunden, kalorienreduzierten Ernährung und eines Sportprogramms. Das Angebot ist nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Das Angebot stellt keine medizinische Beratung dar. Das Angebot ist kein Ersatz für Medikamente oder andere Behandlungen, die von einem Arzt oder Gesundheitsdienstleister verschrieben werden. Die Nutzer sollten einen Arzt konsultieren, bevor sie eine Behandlung beginnen.
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